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Ruedi Schneider
Ruedi Schneider - 19.08.2022

LGBT+ & Queerness: Unterschiedliche Offenheit der Generationen?

Begleitend zum Blogbeitrag Offenheit & Akzeptanz: Alters-Gap bei Homosexualität & LGBT unserer Gastautorin Anne-Sophie Keller starten wir eine offene Diskussion. Wir schaffen Raum für den respektvollen Austausch über Akzeptanz und Offenheit der verschiedenen Generationen zur LGBT-Thematik und Queerness.

  • Wie nehmen Sie den Austausch zu LGBT-Thematik zwischen den Generationen wahr?
  • Kennen Sie Projekte, die Generationen zur LGBT-Thematik zusammenbringen oder sich mit dem Austausch der Generationen zu queeren Themen auseinandersetzen?
  • Wie gelingt der respektvolle Umgang über Generationen hinweg?
  • Wie schaffen wir als Gesellschaft einen konstruktiven Diskurs über Queerness, der alle Generationen einbezieht?

Wir freuen uns auf einen respektvollen Austausch!

9 Commenti

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    Ich habe mich sehr über den Blogbeitrag gefreut und danke Integration dafür und auch die Diskussion hier! Sehr tolle Arbeit, die Ihr leistet!

    Was ich beim Blogbeitrag vermisst habe: die Verbindung von Geschlechterrollen und LGBTQ+. Die ältere Generation ist mit viel festeren Geschlechterrollen aufgewachsen. Zur Erinnerung: Frauen können in der Schweiz seit 1972 abstimmen, seit 1981 ist die Gleichheit der Geschlechter in der Verfassung festgehalten, erst seit 1988 ist das Eherecht als gleichberechtigte Partnerschaft ausgestaltet. Das Recht und die Gesellschaft teilten Frauen und Männer bestimmte Rollen zu. Diese Rollen basierten auf eine klare Zuweisung von Aufgaben innerhalb einer Gesellschaft und auch innerhalb einer heteronormativen Partnerschaft.

    Natürlich sind diese Geschlechterrollen auch heute noch am Wirken und schränken uns ein. Aber sie sind beweglicher und viel einfacher durchbrechbar. Und diese Beweglichkeit, die Rollen von Frau und Mann breiter zu verstehen, eröffnet uns Möglichkeiten. Verschiedene Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen sind für meine Generation denkbarer, weil unser Verständnis von Mann und Frau weniger starr ist.

    Die Gleichstellung der Geschlechter ist eine junge Entwicklung. Wir leben in einer Gesellschaft mit Generationen, welche diese Entwicklungen miterlebt und mitgestaltet haben, und Generationen, welche sich eine solche Welt kaum mehr vorstellen können. Ich glaube der im Blog beschriebene Gap kann man nur verstehen, wenn man diese Entwicklungen mitdenkt.

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    Als schwuler Mann mit 72, seit 30 Jahren in einer Beziehung, erlebe ich es nicht so, dass es einen Gap zwischen Jungen und Alten bezüglich der Akzeptanz von schwulen und lesbischen Menschen gibt. Ich verstehe jedoch den zunehmenden Widerstand gegen die LGB Bewegung, der nichts mit dem Alter oder der sexuellen Orientierung zu tun hat. Nicht nur ich frage mich, was man mit der immer absurder werdenen Aufzählung von Buchstaben, garniert mit einem Plus am Ende, damit auch ja niemand vergessen werden könnte, ausser Widerstand zu erzeugen, bezwecken will. Das fängt doch schon damit an, dass ein Mann, der klar schwul ist, es empört zurückweist, so angesprochen zu werden und auf “queer” besteht. Oder die an Absurdität kaum mehr zu überbietende Sprach- und Genderdebatte, die wohl nur noch die verstehen, die daraus ohne Rücksicht auf Verluste einen Nutzen für sich selber zu ziehen glauben. Insbesondere die reiferen Menschen lassen sich ungern von immer schriller werdenden Medien und Gruppen belehren.

    Lieber Hans! Als 30-jährige erlaube ich mir – im Sinne eines Intergenerationen-Dialogs – zu antworten. Ich war gerade mit meiner Partnerin in den Ferien und währenddessen das Buch Bisexuality von Dr. Julia Shaw gelesen (übrigens eine grosse Leseempfehlung!). Wir haben uns oft darüber ausgetauscht und immer wieder gemerkt, dass wir uns gut überlegen müssen, welcher Begriff nun der richtige ist für das, was wir sagen wollen. Was ich damit sagen will: ich verstehe sehr gut, dass all die Begriffe kompliziert sind. Ist es für mich auch manchmal.

    Gleichzeitig möchte ich auch drei Punkte erwähnen, wo ich mit Dir nicht einig bin:
    – Ich mache oftmals eine ähnliche Erfahrung wie der Mann in Deinem Beispiel. Da ich in einer Beziehung mit einer Frau bin, werde ich oft als lesbisch identifiziert oder wir werden lesbisches Paar genannt. Jedoch bin ich bisexuell. Für mich fühlt es sich jedes mal an, als ob man mich mit einem falschen Namen ansprechen würde. Falls jemand das auch nach mehrmaligen Hinweis nicht versteht, dann werde ich auch leicht genervt oder empört wie der Mann in Deinem Beispiel. Für manche Menschen sind “Labels” sehr wichtig, andere gebrauchen keine. Von aussen sieht man das Label eines Menschen nicht. Genauso wie ich mich bemühe, einen Namen richtig auszusprechen, hat es für mich mit Respekt zu tun, ein selbstgewähltes Label von anderen zu akzeptieren.
    – Ich empfinde es als riesengrosse Bereicherung, dass wir – wie Andrea im Kommentar unten geschrieben hat – ganz viele Buntstifte haben, um die Welt zu zeichnen. All die Möglichkeiten, die eigene Geschlechtsidentität und Geschlechtsorientierung zu formulieren, lassen uns unser Leben selbstbestimmt gestalten. Für mich ist das ein Grund zum Feiern!
    – Gerade die “Aufzählung von Buchstaben” nach dem LGB sind die Gruppen, welche am meisten diskriminiert werden, am meisten Hass und Gewalt erfahren und bei der rechtlichen Gleichstellung noch einiges schief steht. Gerade weil diese Menschen von der heteronormativen Gesellschaft viel einstecken müssen, sehe ich uns von der LGB Gruppe in der Pflicht uns zu solidarisieren und uns weiterzubilden. So habe ich in den Ferien auch endlich mal ein Buch mit einer trans Protagonistin gelesen (Nevada von Imogen Binnie) und konnte so viel lernen.

    Herzlich, Julia

    PS: Zur Gendergerechten Sprache gibt es einen tollen Artikel hier: https://www.republik.ch/2020/06/12/gendergerechte-sprache-ist-notwendig-ein-plaedoyer

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    Interessanter Artikel, der persönliche Erfahrungen in Gesprächen mit Eltern, Grosseltern und Bekannten widerspiegelt. Oftmals höre ich, dass die Thematik der Queerness vor Allem unserer Generation zuzuschreiben ist. Letztens war ich jedoch in der Ausstellung «Queer – Vielfalt ist unsere Natur» im Naturhistorischen Museum in Bern und war erstaunt darüber, dass Queerness nicht nur bei Menschen existiert, sondern auch in der Tierwelt – und das schon seit Langem. Die Ausstellung zeigt, dass die binäre Unterscheidung zwischen weiblich und männlich keineswegs «natürlich» ist, sondern bei Menschen wie auch bei Tieren oftmals nicht zutrifft. Mich hat es gefreut bei der Ausstellung auch ältere Generationen vertreten zu sehen. In der Ausstellungen hört man auch persönliche Erfahrungsberichte über Queerness bei den Generationen unserer (Gross-)Eltern. Kann ich nur jeder und jedem empfehlen! https://www.nmbe.ch/de/queer

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    Danke für diesen aufschlussreichen Artikel.
    Bis zu einem gewissen Grad verstehe ich die ältere Generation und ihre Überforderung mit all den neuen, verschiedenen Begrifflichkeiten. Ich selbst habe z.T. Mühe, mir die Bedeutung der verschiedenen Termini zu merken. Überforderung ist jedoch keine Ausrede für Intoleranz oder Unverständnis.

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    Ich hatte als Knirps im Schuletui vier verschiedene Farbstifte. Zu Hause war ich stolzer Besitzer einer Caran d’ache Schachtel mit bestimmt 30 Stiften in unterschiedlichsten Farbnuancen. Damit konnte ich die Welt (ok, ich war ein miserabler Zeichner) unvergleichlich viel bunter, diverser darstellen. Angemessener halt, näher an der “echten” Realität.
    Ich wünschte mir, wir alle, Jung und Alt, wären willens und fähig, Menschen in all ihren Nuancen wahr- und ernst zu nehmen.
    Und ja, vielleicht brauche ich mal noch eine Schachtel mit 100 verschiedenen Farbstiften.

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    Ein spannender und Artikel, der zum Nachdenken anregt. Für mich eine der wichtigste Aussagen: «Tendenziell sinkt mit jedem Kontakt mit dem Thema die Homophobie – und je toleranter die Gesellschaft wird, desto mehr Menschen outen sich.»

    Es geht nichts über einen echten und persönlichen Austausch resp. Kontakt.

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    Ein toller Artikel, der ein wichtiges Thema ins Zentrum rückt. Laura Eigenmann betont den unterschiedlichen Wissensstand zwischen den Generationen, was sicherlich ein relevanter Aspekt ist. Die Generation Z ist viel selbstverständlicher und mit mehr queeren Vorbildern sowie einer grösseren medialen Präsenz der LGBTQIA+-Community aufgewachsen. Die Komplexität des Themas verunsichert vielleicht auch gewisse Personen aus älteren Generationen, gerade wenn sie weniger (bewusste) Berührungspunkte damit haben.

    Trotzdem möchte ich auch noch auf einen Artikel verweisen, der aufzeigt, dass der Generationen-Gap bei diesem Thema auch umgekehrt sein kann. Ein interessanter Beitrag über Schul-Workshops zum Thema sexuelle Orientierung und Diversität: https://www.zhaw.ch/de/sozialearbeit/news-liste/news-detail/event-news/diversitaet-will-geuebt-sein/

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