Tag der Generationensolidarität 2026
Solidarität zwischen den Generationen beginnt im Alltag. Doch wie zeigt sich diese Solidarität konkret? Gemeinsam mit Generationenprojekten sowie Partnerinnen und Partnern geben wir anlässlich des Tags der Generationensolidarität am 29. April Einblick, wie durch solidarisches Miteinander Verständnis, Empathie und gemeinsame Erfahrungen im Alltag entstehen.
Der Europäische Tag der Solidarität zwischen den Generationen wurde ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Solidarität und Zusammenarbeit zwischen den Generationen zu schärfen. Ziel ist es, den Dialog zwischen Jung und Alt zu fördern, Altersdiskriminierung entgegenzuwirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
- Generationenprojekte als Chance für mehr Generationensolidarität im Alltag: Sozialwissenschaftlerin Simone Gretler Heusser gibt einen Einblick, unter welchen Bedingungen Generationenbegegnungen nachhaltig für ein solidarisches Miteinander wirken.
- Einblick in den Alltag: Wie zeigt sich Generationensolidarität in Generationenprojekten konkret im Alltag? Verschiedene Projekte berichten aus ihrem Alltag und geben Einblick, wie die gemeinsame Zeit wirkt.
- Ein vielfältiges Netzwerk: Nicht nur Generationenprojekte leisten einen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt. Eine Bandbreite an Organisationen unterstützt mit Initiativen den Weg zu mehr solidarischem Miteinander.
Generationenprojekte: Eine Chance für mehr Generationensolidarität
Generationenprojekte ermöglichen den Kontakt zwischen verschiedenen Altersgruppen im Alltag und schaffen Raum, um sich gegenseitig kennenzulernen. Aus diesen Begegnungen entsteht jedoch nicht automatisch mehr Generationensolidarität. Sozialwissenschaftlerin Simone Gretler Heusser gibt im Intergeneration-Blog einen Einblick, unter welchen Bedingungen Generationenprojekte eine echte Chance für mehr Generationensolidarität sind.
- Bewusste Auseinandersetzung: Generationensolidarität entsteht nicht automatisch durch Kontakt zwischen Altersgruppen, sondern braucht bewusste Gestaltung, so dass Erlebtes reflektiert werden kann und gemeinsames Lernen entsteht.
- Reibung als Chance: Angehörige unterschiedlicher Altersgruppen haben andere Erfahrungen gemacht, vertreten vielleicht auch andere Werte. Diese Auseinandersetzung mit Gemeinsamkeiten, unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen ermöglicht Beziehung und bildet die Grundlage für Solidarität.
- Gemeinsame Initiativen verbinden: Nicht nur Programme oder Aktivitäten, die sich zum Ziel gesetzt haben, Generationen zusammenzubringen, schaffen Raum für Begegnungen. Das gemeinsame Einsetzen für Anliegen und gemeinsame Bedürfnisse im Alltag, etwa für die Verkehrsberuhigung einer Strasse, bringt Altersgruppen zusammen und macht solidarisches Miteinander erfahrbar.
Den ganzen Beitrag von Simone Gretler Heusser jetzt lesen: Generationenprojekte als Beitrag zu mehr Generationensolidarität
Generationenprojekte: Einblick in solidarisches Miteinander im Alltag
Generationenprojekte bringen auf unterschiedlichste Weise Menschen verschiedener Altersgruppen im Alltag zusammen. Sie zeigen, wie durch gemeinsame Aktivitäten gegenseitiges Verständnis und Empathie gefördert werden und wie im Miteinander Erfahrungen und Wissen geteilt werden können.
Für den Tag der Generationensolidarität geben sie Ihnen einen Einblick in ihren Alltag und veranschaulichen, wie im Kleinen, sei es in der Schule oder auf dem Spielplatz, ein solidarisches Miteinander entsteht.
MUNTERwegs
Das Mentoringprogramm MUNTERwegs setzt sich für Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Integration ein. In diesem Rahmen verbringen freiwillige Mentor:innen jeden Alters während acht Monaten gemeinsam Zeit mit Kindern und Jugendlichen. Dabei steht im Mittelpunkt, die Kinder sowie Jugendlichen durch ausserschulische Aktivitäten zu stärken, mit dem Ziel, gemeinsam neue Erfahrungen und Momente der Freude zu sammeln.
«Bei MUNTERwegs trifft junges Herz auf gelebte Erfahrung – oft staunen wir gemeinsam, erzählen uns Geschichten, lachen über Missgeschicke. Manchmal fragt der junge Kopf, wie das vor 50 Jahren war, und der erfahrene Kopf denkt: „Wow, die Jugend hat Ideen!“ Am Ende merken wir: Alter ist nur eine Zahl – wir sind ein echt munteres Team!»
Spielgruppe Feuerthalen
In der Generationenspielgruppe Feuerthalen begegnen sich Menschen verschiedener Altersgruppen regelmässig, um gemeinsam zu lesen, zu spielen oder sogar Bäume zu pflanzen. Das Miteinander wird dabei von allen als bereichernd erlebt und vermittelt gegenseitige Achtung, Wertschätzung, Vertrauen, Empathie und Rücksichtnahme.
Symbolisch wird einander Glück geschenkt und immer wieder wird deutlich, wie wertvoll Generationenbegegnungen sind.
Generationen im Klassenzimmer Zürich
Das Engagement «Generationen im Klassenzimmer» von Pro Senectute Kanton Zürich bringt seit 25 Jahren ältere Menschen regelmässig in den Schulalltag ein. Sie begleiten Kinder beim Lernen, unterstützen Lehrpersonen und bringen ihre Lebenserfahrung ein. Durch die wiederkehrenden Begegnungen entstehen vertrauensvolle Beziehungen und ein nachhaltiger Dialog zwischen den Generationen.
«Wenn ältere Menschen Teil des Schulalltags werden, entstehen Beziehungen, die über den Unterricht hinaus wirken. Kinder profitieren von Erfahrung und Zeit, während Seniorinnen und Senioren aktiv eingebunden bleiben. So wird Generationensolidarität im Alltag selbstverständlich gelebt.»
Generationentreff Sarnen
Der Generationentreff Sarnen organisiert gemeinsam mit einem engagierten Netzwerk Aktivitäten und Events für Jung und Alt rund um den Spielplatz Sarnen. Mit einem Pop-Up ist der Generationentreff auch in den verschiedenen Ortsteilen in Sarnen unterwegs und setzt sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein.
«Bei unseren Anlässen sehen wir immer wieder, wie schnell aus einem gemeinsamen Erlebnis ein Miteinander entsteht. Es sind oft die kleinen Momente, wenn Generationen miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam lachen oder spielen oder sich ganz selbstverständlich unterstützen.»
Ein vielfältiges Netz für mehr Generationensolidarität
Nicht nur Generationenprojekte tragen zu einem solidarischen Zusammenleben bei. Auch zahlreiche Institutionen und Organisationen setzen sich auf vielfältige Weise für Begegnungen zwischen Altersgruppen ein: Sie sensibilisieren, ermöglichen Austausch und stellen Wissen zur Verfügung.
Eine Plattform gegen Altersdiskriminierung – «Jedes Alter zählt»
Generationensolidarität ist mehr als ein Wort – sie ist eine gelebte Haltung. Sie beginnt dort, wo wir Alter nicht als Trennlinie sehen, sondern als gemeinsame Chance. Mit «Jedes Alter zählt» setzen wir uns dafür ein, dass Generationen zusammenkommen, Brücken entstehen und sichtbar wird, dass jedes Alter zählt. Denn genau dieser Austausch ist ein zentraler Schlüssel, um Altersdiskriminierung entgegenzuwirken. Schuldzuweisungen und Vorurteile gegenüber anderen Altersgruppen bringen uns nicht weiter.
Nur wenn wir die unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen gemeinsam nutzen, kann ein solides Fundament für die Zukunft entstehen. Gerade In Krisenzeiten, wie wir sie jetzt erleben, ist der Dialog zwischen den Generationen essenziell. Er schafft Verständnis, stärkt Respekt und eröffnet neue Wege, unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten.